An manchen Traditionen sollte nicht festgehalten werden

Alle Jahre wieder heißt es für die Eichenauer Damen ein weiteres Mal „Auswärtsfahrt nach Weilheim“. Und wie jedes Jahr ist man zuvor stets gewillt, nicht an die Vorjahresleistung anzuknüpfen. Doch es scheint wie ein Fluch dem man nicht entkommen kann. Gegen kaum eine Mannschaft gelangen unseren Damen in den letzten Jahren auswärts so wenig Treffer wie gegen Weilheim. So standen auf der Haben-Seite in den vergangenen drei Spielzeiten gerade einmal 13 (2017), 16 (2018) und 14 (2019) Tore auf der Anzeigetafel. Zwar gewann man aufgrund einer starken Abwehrleistung trotz alldem die meisten dieser Spiele, mit Ruhm bekleckerte man sich hier jedoch gewiss nicht. Dass man diesem Gegner entgegen der Ergebnisse bei den Auswärtsspielen deutlich überlegen ist, zeigte man in heimischer Halle all zu oft. Woran die jährliche Torflaute in Weilheim festzumachen ist bleibt also wohl ein Rätsel.

Als am Samstag um 19 Uhr der Anpfiff im kalten „Dachsbau“ des TSV Weilheim ertönte, hoffte man noch, in dieser neuen Dekade alte Traditionen hinter sich lassen zu können. Die Abwehr stand wie ein Bollwerk und im Angriff startete man mit vielen guten Torabschlüssen, die nur leider in der Anfangsphase zu oft am Metall landeten. Dies führte dazu, dass erst in der 5. Minute das erste Tor für die Gäste fiel. Die erste Halbzeit schritt fortan nur sehr mühsam voran. Zwar erspielte man sich vorne immer wieder schöne Gelegenheiten zum Torabschluss. Jedoch fand der Ball kaum den Weg ins Tor. Neben etlichen Pfostentreffern schoss man die junge Weilheimer Torhüterin mit unplatzierten Würfen zum Weltmeister und belohnte sich so nie für die bärenstarke Abwehr die man an diesem Tag aufs Feld brachte.

So stand zur Halbzeit gerade einmal ein Spielstand von 5:4 für die Damen des ESV auf der Anzeigetafel, der sich die zahlreichen Zuschauer fragen ließ, welcher Sportart sie hier eigentlich beiwohnten. Ratlos machte man sich in der Halbzeitpause auf den Weg zur Kabine. Einer großen Ansprache bedurfte es eigentlich kaum. Der ESV spielte an sich eine schöne Partie, hätte man den Ball nur mal im gegnerischen Tor untergebracht. Der TSV stand zu jedem Zeitpunkt des Spiels mit der starken Abwehr der Gäste vor einer für sie scheinbar unlösbaren Aufgabe, die sie nur durch 7 Meter oder kleine Unaufmerksamkeiten der Eichenauer überwinden konnten. Wenigstens in der zweiten Halbzeit wollte man sich jedoch nicht mehr diese Blöße der Torflaute geben. Dies gelang den Gästen zum Glück über weite Strecken der zweiten Hälfte sehr gut, sodass das träge Spiel mit einem 8:1 Lauf der Starzelbacherinnen spätestens zu Mitte der zweiten Halbzeit entschieden war.

Dass sich bei Auswärtsspielen in Weilheim vielen Mannschaft schwer tun ist wohl kein Geheimnis. Trotzdem bleibt die Hoffnung, diese ewige negative Tradition im nächsten Jahr endlich einmal ablegen zu können. Dass man Spiele in der Abwehr gewinnt zeigt dieses Spiel wohl sehr deutlich, kassierte man in den vollen 60 Minuten gerade einmal 8 (!) Gegentore. Maßgeblichen Anteil daran hatte an diesem Tag vor allem die extrem gut aufgelegte Torhüterin des ESV Verena Uhl, die einen Sahnetag erwischte und sich mit zahlreichen Paraden auszeichnen konnte. Dass auf der anderen Seite 14 Treffer viel zu wenig sind um ein Spiel unter anderen Situationen zu gewinnen steht wohl außer Frage. Man kann also nur hoffen, dass man diese Inkonsequenz im Abschluss in Weilheim gelassen hat und man so nächste Woche mit neuer Energie in das Lokal-Derby gegen Germering starten kann.  Am Ende ist ein Sieg ein Sieg. Wenn auch kein schöner.

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